Warum lügen wir?

Über Scham, Ehrlichkeit und das Verzeihen mit Ho’oponopono

Ein Bekannter sagte letztens zu mir – Lügen ist männlich – wir Männer lügen einfach. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Bitte, wenn Du das jetzt liest, sei nicht böse auf mich. Das ist eine Aussage eines Mannes. Nicht von einer Frau 🙂

Lügen ist männlich? Warum wir alle mit der Ehrlichkeit ringen

Ich selbst sehe das ja ein wenig anders und habe mich daher mit dem Thema, wieder einmal, näher beschäftigt. Persönlich denke ich, es ist egal, ob männlich oder weiblich. Wir alle schlagen uns damit herum, ehrlich zu sein. Egal ob jetzt im Kleinen, wie zum Beispiel: Schatz, nein, das Kleid ist nicht neu, das hängt schon ewiiiggggggggg im Kasten. Oder im Großen – Nein, Schatz, ich würde Dich nie betrügen …

Warum lügen wir? Warum erzählen wir Unwahrheiten über Menschen, die uns nahestehen? Warum betrügen wir den Partner, obwohl wir uns ein Leben ohne ihn/sie nicht vorstellen können? Warum sagt ein Mann seiner Frau, dass er sie betrogen hat, weil SIE zickig war? Warum sagt eine Mutter über ihr eigenes Kind, dass es nie für einen da ist, obwohl das Kind alles gemacht hat? Warum sagt ein Mann seiner Freundin nicht die Wahrheit, wenn es um den nächsten Schritt in der Beziehung geht? Die Liste lässt sich beliebig lang fortsetzen. Beobachten konnte ich in meiner Praxis sowie im täglichen Leben eine Vielzahl an Gründen, warum Menschen nicht aufrichtig sind.

Warum lügen wir? Die drei häufigsten Gründe

Zusammenfassen lässt es sich auf drei Punkte:

  • Dir ist es zu anstrengend, wegen einer (jeder) Kleinigkeit zu diskutieren (siehe das Beispiel mit dem Kleid)
  • Du bist der Meinung, das Gegenüber verträgt die Wahrheit nicht
  • Du schämst Dich und willst den anderen nicht verletzen

Das Interessante bei der Argumentation ist, dass es immer um den ANDEREN geht – den wir nicht verletzen wollen. Dem wir die Wahrheit nicht zumuten wollen oder können. Vor dem wir Angst haben. Angst davor, dass er die bittere Wahrheit nicht einfach hinnimmt, sondern eine Diskussion vom Zaun bricht – eine Diskussion, der ich mich selbst aber gar nicht stellen möchte.

Hinter jeder Lüge steckt Scham

Als ich tiefer in das Thema eintauchte, stellte ich fest, dass es vorwiegend um Scham geht. Scham zuzugeben, dass ich dieses oder jenes getan habe. Scham, vor allem mir selbst gegenüber, nicht perfekt zu sein. Nicht alles richtig zu machen bzw. das Gefühl zu haben, den Ansprüchen der anderen nicht entsprechen zu können. Einfach schämen – ein verdammt unangenehmes Gefühl.

Du glaubst nicht, dass es so einfach ist? Erinnere Dich einfach, wie Du Dich fühlst, wenn Dich jemand bei einer Lüge erwischt. Nun, was fühlst Du? Du schämst Dich, oder? Siehst Du, es ist doch einfacher als angenommen.

Eigenverantwortung – warum es immer auch mit Dir zu tun hat

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch das Thema Eigenverantwortung. Die leidet ebenfalls massiv, wenn es um das Thema Lügen (mit all seinen Facetten) geht. „Du bist schuld, weil … deswegen konnte ich Dir nicht die Wahrheit sagen.”

Wir weisen es von uns, weil wir uns schämen, dass wir das überhaupt getan haben (das Kleid kaufen, obwohl Du weißt, dass Du es nicht brauchst und das Geld eher knapp ist; fremdgehen, obwohl Du genau weißt, dass der, der zu Hause sitzt, Dein Lebenspartner ist) – und dann natürlich auch noch Angst haben, den Anderen (Partner, Job, Freund, …) zu verlieren. So weit, so gut. Was machen wir nun damit? Was tun, damit es aufhört – wir ehrlicher werden? Natürlich müssen wir damit bei uns selbst beginnen. Sei Dir selbst gegenüber ehrlich – damit kannst Du auch Deine Umwelt beeinflussen.

Ehrlich zu Dir selbst werden – in 3 Schritten

Am einfachsten ist es, damit zu beginnen, indem Du Dir eine Situation vor Augen führst, in der Du belogen wurdest und dann draufgekommen bist.

Nimm Dir einen Zettel zur Hand und gehe die Punkte 1 bis 3 durch. Der erste Punkt gilt natürlich nur dann, wenn es Dir gerade passiert ist 😉

  1. Lass die erste Reaktion zu. Die Reaktion im ersten Moment ist immer die heftigste und daher auch kaum zu kontrollieren. Deswegen würde ich empfehlen, sie einfach zuzulassen. Es nützt sowieso nichts 😉 Wut, Ärger, Kummer – alles, was in Dir hochkommt, muss einfach raus. Alles andere schlägt sich auf Deine Gesundheit nieder.
  2. Schreib es Dir von der Seele. Wenn Du Dich wieder beruhigt hast – nimm Dir einen Zettel und schreibe auf, was es mit Dir macht: wo Du es am Körper spürst, wie Du Dich fühlst. Jedes einzelne Detail – schreib es Dir von der Seele. Ja, auch die negative Sache. Einfach alles.
  3. Reflektiere und werde Schritt für Schritt ehrlicher. Im nächsten Schritt – das kann gleich sein oder ein paar Tage später – reflektiere, in welchen Bereichen Du nicht ehrlich mit Dir selbst bist und/oder auch mit anderen. Überlege für Dich, warum Du das machst, und beginne Schritt für Schritt, die kleinen Lügen zu vermeiden. Sammle Erfahrungen und wende Dich dann den großen Lügen zu und mach einfach immer weiter.

Anmerkung: Egal, was Dir im Außen widerfährt – es hat auch immer mit Dir zu tun. So schmerzhaft das ist und so unwirklich das für viele klingen mag – es ist einfach so. Wir sind Menschen, und wir werden verletzt und verletzen auch andere. Das hinterlässt oft große Löcher in unserem Herzen und das Gefühl, nicht vertrauen zu können. Wichtig ist es, wenn Du wachsen möchtest, daraus zu lernen, zu heilen und weiterzugehen. Wir Menschen lernen aus unseren Fehlern – und das ist auch gut so!

Verzeihen – der Schlüssel, um wirklich loszulassen

Die oben angeführten Punkte haben Dir schon einmal eine kleine Anleitung gegeben, wie Du die ersten Schritte gehen kannst. Darüber hinaus brauchst Du aber noch etwas: Verzeihen – dem anderen und Dir selbst. Ohne den Prozess des Verzeihens hängst Du in einer Endlosschleife fest. Beachte bitte, dass es beim Verzeihen nicht darum geht, den anderen wieder in Dein Leben einzuladen, damit es ewig so weitergeht. Nur weil Du an Dir arbeitest, heißt es ja noch lange nicht, dass der andere auch etwas getan hat. Es geht einfach darum, einen Weg für Dich zu finden, den Groll abzulegen und damit nicht mehr an diese Person bzw. an dieses Ereignis gebunden zu sein. Diesen Weg kannst Du allein gehen – oder Dir Begleitung dabei holen.

Eine tolle Methode dafür ist für mich Ho’oponopono.

Ho’oponopono – die hawaiianische Methode zum Verzeihen

Was ist Ho’oponopono?

Ho’oponopono ist eine einfache und wunderschöne Methode, die eigenen Probleme und die Konflikte innerhalb einer Gruppe, Lebensgemeinschaft und Beziehung jeglicher Art zu lösen. Es gilt als die effektivste Konfliktlösungsmethode, die je eine Kultur hervorgebracht hat, und ist ein machtvoller Weg zu innerem und äußerem Frieden. Ho’oponopono kommt aus Hawaii und basiert auf der Grundlage einer Familienkonferenz. Es ist ein klar strukturiertes System, um die Harmonie innerhalb der Familie wiederherzustellen. Gibt es Streit oder ist jemand krank, kommen die Familienmitglieder zusammen und halten gemeinsam Rituale und Gebete ab. Mit diesem Ritual finden Du und Dein Umfeld – Familie, Freunde und Bekannte, Deine Mitarbeiter – wieder ins innere Gleichgewicht, in die Mitte, und so kann Heilung geschehen.

Wofür Du Ho’oponopono anwenden kannst

Die Möglichkeiten, Ho’oponopono anzuwenden, sind unbegrenzt. Probleme in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz, in der Familie, Geldsorgen, wiederkehrende Muster, negative Glaubenssätze und vieles mehr. Jedes Gebiet, wirklich jedes Gebiet ist möglich.

Die 4 Sätze des Ho’oponopono

Die heute am weitesten verbreitete, vereinfachte Form des Ho’oponopono kommt mit nur vier Sätzen aus. Um Ho’oponopono auszuüben, sprichst Du diese 4 Sätze wie ein Mantra – so lange, bis Du für die Situation, um die es geht, Erleichterung verspürst:

„Ich verzeihe Dir, ich verzeihe Mir. Es tut mir leid. Ich liebe Dich, ich liebe Mich. Danke.”

Sprich diese 4 Sätze immer wieder – täglich, wöchentlich, monatlich. So lange, bis Du das Gefühl hast, dass die Situation, die Dir Dein Herz schwergemacht hat, jetzt endlich wieder gut ist.

Die Bedeutung der 4 Sätze

„Bitte verzeihe mir. Ich verzeihe dir, ich verzeihe mir.” Ich bitte Gott (oder an wen auch immer Du glaubst), mir zu vergeben, dass ich gegen die universellen und göttlichen Gesetze gehandelt habe. Ich verzeihe dem Problem und dem Täter. Ich verzeihe mir, weil ich mich schuldig fühle.

„Es tut mir leid.” Es tut mir leid, dass ich in Resonanz zu dem Problem bin und selbst ein Teil des Problems bin. Es tut mir leid, dass ich andere bewusst oder unbewusst verletzt und in ihrer Entwicklung gestört habe.

„Ich liebe mich, ich liebe dich.” Ich liebe und respektiere das Göttliche in dir. Ich liebe das Problem, das zu mir gekommen ist, um mir die Augen zu öffnen. Ich liebe mich bedingungslos, so wie ich bin. „Danke” für die Transformation und das Wunder, das geschieht. Ich bin ein Zeuge des Wunders. Das Wunder ist zu mir unterwegs.

Häufige Fragen zu Lügen, Scham und Ho’oponopono

Warum lügen wir Menschen? Meist aus drei Gründen: weil uns die Diskussion über jede Kleinigkeit zu anstrengend ist, weil wir glauben, das Gegenüber verträgt die Wahrheit nicht, oder weil wir uns schämen und den anderen nicht verletzen wollen. Im Kern steckt fast immer Scham – auch uns selbst gegenüber.

Wie werde ich ehrlicher zu mir selbst? Beginne bei einer Situation, in der Du belogen wurdest. Lass Deine erste Reaktion zu, schreib Dir anschließend von der Seele, was es mit Dir macht, und reflektiere dann, wo Du selbst nicht ehrlich bist. Vermeide Schritt für Schritt zuerst die kleinen, dann die großen Lügen.

Was ist Ho’oponopono? Ho’oponopono ist eine hawaiianische Methode zur Konfliktlösung und zum Verzeihen. Über ein einfaches Mantra aus vier Sätzen hilft sie, Groll loszulassen und wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen – in der Partnerschaft, in der Familie, im Job oder bei sich selbst.

Wie funktioniert Ho’oponopono? Du sprichst vier Sätze wie ein Mantra, immer wieder, bis Du Erleichterung spürst: „Ich verzeihe Dir, ich verzeihe Mir. Es tut mir leid. Ich liebe Dich, ich liebe Mich. Danke.” Wiederhole sie täglich, wöchentlich oder monatlich – so lange, bis die Situation für Dich wieder gut ist.


Du möchtest nicht allein an Dir arbeiten, sondern Dich auf dem Weg zu Deiner eigenen Stärke begleiten lassen? Dann schau gern bei meinen Angeboten für Dich vorbei.

Hast Du noch Fragen oder möchtest dazu etwas sagen? Dann hinterlasse unten einen Kommentar oder schreib mir persönlich an office@irisholcik.com.

Love & Peace bis bald Iris